Google mit Code für interaktives Erleben im konkreten Raum

we05.comGoogle hat einen neuen Software-Rahmen veröffentlicht, der darauf abzielt, Programmierern das Handwerkszeug zu geben, das sie benötigen, um interaktive Erlebniswelten im physischen Raum zu kreieren. Es könnte möglicherweise dafür benutzt werden, interaktive Kunstinstallationen oder Spiele, die körperliche, motorische Aktivitäten beinhalten, zu schaffen. Das heißt, mit diesem neuen Java-basierten Framework könnten reaktionsfähige Kunstinstallationen programmiert werden.

Mit Java interaktive Räume schaffen

Das Gerüst, das den Namen Interactive Spaces trägt, wird unter der Apache-Lizenz vertrieben und steht über Webhost Google Code zum Download zur Verfügung. Mit einem Artikel im offiziellen OpenSource-Software-Blog der gigantischen Suchmaschine Google wurde das neue Rahmenwerk angekündigt. Interactive Spaces wurde in Java geschrieben, was bedeutet, dass es in jedem Betriebssystem läuft, das Java unterstützt, inklusive:

  • Linux,

  • OSX

  • und bald auch Windows.

Weitere Sprachen wie JavaScript und Python werden ebenfalls unterstützt.

Ein Beispiel

In seiner Pressemitteilung gibt Google ein Beispiel einer Installation mit Interactive Spaces, bei der an der Decke angebrachte Kameras den Standort einzelner Personen im Raum verfolgen, die von der Software in farbige Lichtflecke umgewandelt und auf den Boden, an den jeweiligen Platz der wahrgenommenen Person, projiziert werden könnten. Das heißt, es gibt Kameras an der Decke, die ein sog. Blob tracking ausführen. Blobs sind hier die Menschen, die den Boden betreten. Der Boden wiederum reagiert auf die herum spazierenden Menschen oder Blobs mit farbigen Kreisen, die unter den Füßen einer Person erscheinen und deren weiteren Bewegungen verfolgen.

Interactive Spaces auch für Processing

Laut Google gibt es Pläne, Support für Processing hinzuzufügen, einem beliebten und häufig benutzten Programmierwerkzeug für die Entwicklung von Kunst- und Grafikpräsentationen. Anhand dessen würde es möglich, ausgefeilte, qualitativ hochwertige Visualisierungen zu schaffen, mit denen Menschen in einem konkreten, realen, fassbaren Raum in Interaktion treten könnten.

Das vorgestellte Konzept macht neugierig und die Verfügbarkeit von Quellcode unter einer der Öffentlichkeit zugänglichen Lizenz wird die Tür zu vielerlei Experimenten und innovativer Programmierung öffnen. Das Einzige, was Google jetzt braucht, sind ein paar kreative Köpfe, die sich für das Konzept begeistern lassen.

Foto: indraDoyle von fdecomite, CC-BY